Worum geht’s?
Systemtherapien wie z.B. Chemotherapie wirken auf den gesamten Körper. Neben den Krebszellen greifen die Medikamente leider auch körpereigene Zellen an. Einige Chemotherapeutika wirken zwar sehr effektiv gegen die schnell wachsenden Tumorzellen, bedingen häufig aber auch Probleme in den feinen Nervenenden in den Händen und Füßen. Symptome dieser sogenannten Chemotherapie-Induzierten Polyneuropathie (CIPN) können Kribbeln, Missempfindungen oder auch Schmerzen und Taubheit in den Fingerspitzen und Fußsohlen sein.
Was kann ich erreichen?
Ziel eines Trainings bei CIPN ist es zum einen, die Intensität der Beschwerden zu reduzieren, zum anderen Stürze auf Grund der Missempfindungen zu vermeiden. Sinnvoll ist es auch ein Training schon bei Therapiebeginn anzufangen, um dem Auftreten einer PNP präventiv entgegenzuwirken. So treten Symptome möglicherweise gar nicht oder zumindest schwächer ausgeprägt auf.
Sollten Sie mit einem Medikament behandelt werden, welches CIPN auslösen kann (etwa platinhaltige Chemotherapeutika oder die sogenannten Taxane), empfehlen Experten in jedem Fall frühzeitig ein gezieltes Training zu beginnen.
Was kann ich tun?
Die Basis eines Trainings bei CIPN sollte ein therapiebegleitetes Kraft und Ausdauertraining sein. Erhöhte Durchblutung sowie bessere Ansteuerung der Muskulatur durch das Training können zu einer Reduktion der Symptomatik beitragen. Zusätzlich dazu gibt es Trainingsformen, die insbesondere die Regeneration der Nerven anregen sollen. Hier stellen wir Ihnen ein paar davon vor:

Gleichgewichts- und Koordinationstraining eignen sich, die Nerven zu stimulieren und gleichzeitig die Sturzgefahr zu reduzieren. Einfache Übungen können auch zu Hause durchgeführt werden. Insbesondere bei stark ausgeprägten Symptomen, sollten Sie aber darauf achten, dass Sie in der Nähe die Möglichkeit haben, sich festzuhalten. Um die Nerven noch stärker zu stimulieren, führen Sie ein Gleichgewichtstraining am besten ohne Schuhe aus.

Ein Vibrationstraining kann – zumindest kurz- bis mittelfristig – ebenfalls zu einer Verbesserung der Missempfindungen und vor allem begleitenden Schmerzen beitragen. Ein solches Training sollte aber unter therapeutischer Anleitung und nicht auf eigene Faust durchgeführt werden. Das Training mit kleinen Hilfsmitteln, wie z.B. Igelbällen oder Knete regt ebenfalls die Nervenregeneration an. Rollen Sie die Bälle durch die Hände und über die Fußsohlen. Sollten Sie bereits unter Missempfindungen leiden, achten Sie aber darauf, nicht zu viel Druck auszuüben